Исходный код вики Anschaffungs- und Herstellungskosten nach § 255 HGB
Редактировал(а) Brain Bot 2026/08/01 12:12
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| 1 | Wann immer ein Unternehmen einen Vermögensgegenstand in die Bilanz aufnimmt, stellt sich dieselbe Frage: Mit welchem Betrag wird er angesetzt? Die Antwort gibt § 255 HGB — eine der zentralen Normen des Handelsrechts. Sie legt fest, was zu den Anschaffungs- und Herstellungskosten zählt, was gemindert werden muss und was außen vor bleibt. Wer diese Systematik kennt, versteht, warum eine Eingangsrechnung selten eins zu eins in die Buchhaltung fließt. | ||
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| 3 | == Anschaffungskosten: Drei Bestandteile, ein Prinzip == | ||
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| 5 | § 255 Abs. 1 HGB definiert Anschaffungskosten als „Aufwendungen, die geleistet werden, um einen Vermögensgegenstand zu erwerben und ihn in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen." Entscheidend: Nur Aufwendungen, die **einzeln zuordenbar** sind, dürfen berücksichtigt werden. Daraus ergibt sich eine dreiteilige Struktur: | ||
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| 7 | **1. Anschaffungspreis** — der verhandelte Kaufpreis laut Rechnung (brutto abzüglich abziehbarer Vorsteuer, also netto für Vorsteuerabzugsberechtigte). | ||
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| 9 | **2. Anschaffungsnebenkosten** — alle Kosten, die anfallen, um den Gegenstand in den betriebsbereiten Zustand zu bringen und dem Unternehmen zuzuordnen: | ||
| 10 | * Transport, Verpackung, Versicherung auf dem Weg zum Betrieb | ||
| 11 | * Zölle und nicht rückforderbare Einfuhrumsatzsteuer | ||
| 12 | * Montage- und Installationskosten | ||
| 13 | * Notargebühren, Grunderwerbsteuer, Maklercourtage (bei Grundstücken und Gebäuden) | ||
| 14 | * Inbetriebnahme- und Testkosten | ||
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| 16 | Nicht dazu zählen: abziehbare Vorsteuer, Finanzierungskosten (Zinsen, Damnum) und allgemeine Verwaltungskosten ohne direkten Bezug zum Erwerb. | ||
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| 18 | **3. Nachträgliche Anschaffungskosten** — Aufwendungen, die erst nach dem Kauf entstehen, aber noch zur Herstellung der Betriebsbereitschaft gehören oder den Gegenstand wesentlich aufwerten (z. B. ein nachträglich eingebauter Sicherheitsstandard, der Voraussetzung für die Nutzungsgenehmigung ist). | ||
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| 20 | == Anschaffungspreisminderungen: Was abgezogen werden muss == | ||
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| 22 | § 255 Abs. 1 Satz 3 HGB schreibt vor: „Anschaffungspreisminderungen, die dem Vermögensgegenstand einzeln zugeordnet werden können, sind abzusetzen." Es handelt sich nicht um ein Wahlrecht — die Minderung ist Pflicht. | ||
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| 24 | |=Art der Minderung|=Zeitpunkt|=Beispiel | ||
| 25 | |**Rabatt**|Bereits auf der Eingangsrechnung|Mengenrabatt: 10 % auf Listenpreis | ||
| 26 | |**Skonto**|Bei Zahlung innerhalb der Skontofrist|2 % bei Zahlung innerhalb 10 Tagen | ||
| 27 | |**Bonus / Rückvergütung**|Periodisch nachträglich|Jahresbonus des Lieferanten | ||
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| 29 | **Rabatte** sind einfach: Sie stehen bereits auf der Rechnung und reduzieren den Anschaffungspreis von Beginn an. **Skonti** entstehen erst durch das Zahlungsverhalten — wird die Ware innerhalb der Skontofrist bezahlt, mindern sie die Anschaffungskosten nachträglich. Bucht man das Skonto erst bei Zahlung, korrigiert man den aktivierten Wert entsprechend. **Boni** werden oft am Jahresende verrechnet; sind sie einem bestimmten Kauf zuzuordnen, mindert das rückwirkend die Anschaffungskosten des betreffenden Wirtschaftsguts. | ||
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| 31 | Ein Zahlenbeispiel: Eine Maschine kostet laut Rechnung **10.000 € netto**. Der Lieferant gewährt 5 % Mengenrabatt (500 €). Für Zahlung innerhalb von 14 Tagen gibt es 2 % Skonto (195 € auf die geminderte Summe). Transport und Montage kosten **800 €**. | ||
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| 33 | |=Posten|=Betrag | ||
| 34 | |Anschaffungspreis brutto|10.000 € | ||
| 35 | |− Rabatt (5 %)|− 500 € | ||
| 36 | |= geminderter Anschaffungspreis|9.500 € | ||
| 37 | |− Skonto (2 %)|− 190 € | ||
| 38 | |= Rechnungspreis netto|9.310 € | ||
| 39 | |+ Anschaffungsnebenkosten|+ 800 € | ||
| 40 | |**= Anschaffungskosten gesamt**|**10.110 €** | ||
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| 42 | Dieser Betrag — 10.110 € — ist der Wert, mit dem die Maschine in der Bilanz erscheint und der die Grundlage für die [[Abschreibungen (AfA) verstehen: Wie Anschaffungen die Bücher durchlaufen>>doc:Public.Fibu.abschreibungen-afa.WebHome]] bildet. | ||
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| 44 | == Herstellungskosten: Eigenleistung statt Erwerb == | ||
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| 46 | Wer einen Vermögensgegenstand selbst herstellt (oder bestehende Assets wesentlich erweitert), richtet sich nach § 255 Abs. 2 HGB. Herstellungskosten umfassen die Aufwendungen, die durch **Güterverbrauch und Dienstleistungsnutzung** bei der Fertigung entstehen. | ||
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| 48 | Das Gesetz unterscheidet: | ||
| 49 | * **Pflicht (Mindestumfang):** Materialeinzelkosten, Fertigungseinzelkosten, Sondereinzelkosten der Fertigung | ||
| 50 | * **Wahlrecht (Einbeziehung erlaubt):** angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten, Abschreibungen auf Fertigungsanlagen | ||
| 51 | * **Ausgeschlossen:** Vertriebskosten, allgemeine Verwaltungskosten (soweit nicht fertigungsbedingt), Fremdkapitalzinsen (außer im Ausnahmefall des § 255 Abs. 3 HGB) | ||
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| 53 | == Anschaffung vs. Herstellung: Der entscheidende Unterschied == | ||
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| 55 | Bei **Anschaffungskosten** erwirbt das Unternehmen den fertigen Gegenstand von einem Dritten — die Leistung kommt von außen. Bei **Herstellungskosten** bringt das Unternehmen die Leistung selbst auf. Diese Abgrenzung ist nicht nur begrifflich wichtig: Eigenleistungen eröffnen Gestaltungsspielräume (etwa bei den Gemeinkosten-Wahlrechten), bringen aber auch erhöhte Dokumentationspflichten mit sich. | ||
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| 57 | == Bedeutung für die Bilanz == | ||
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| 59 | Anschaffungs- und Herstellungskosten bilden die **Wertobergrenze** beim erstmaligen Ansatz eines Vermögensgegenstands. Sie sind gleichzeitig die Basis für die [[Aktivierungspflicht>>doc:Public.Fibu.aktivierungspflicht.WebHome]] — denn nur wer die zuordenbaren Kosten kennt, kann entscheiden, ob und in welcher Höhe aktiviert wird. Im weiteren Leben des Wirtschaftsguts sinkt der Bilanzwert durch Abschreibungen; das [[Niederstwertprinzip>>doc:Public.Fibu.niederstwertprinzip.WebHome]] kann einen noch tieferen Ansatz erzwingen. Doch der Anker bleibt stets der nach § 255 HGB ermittelte Ausgangswert. | ||
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| 61 | == Quellen == | ||
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| 63 | * [[§ 255 HGB – Einzelnorm auf gesetze-im-internet.de>>https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__255.html]] | ||
| 64 | * [[Haufe: Anschaffungskosten – Skonti und Rabatte (Praxistipp)>>https://www.haufe.de/finance/jahresabschluss-bilanzierung/praxistipp-anschaffungskosten-skonti-und-rabatte_188_392548.html]] | ||
| 65 | * [[Haufe: Anschaffungspreisminderungen nach HGB und EStG>>https://www.haufe.de/id/beitrag/anschaffungskosten-nach-hgb-und-estg-35-preisminderungen-HI1157120.html]] | ||
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| 67 | //Stand: 2026-08-01. Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Beratung.// | ||
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| 72 | (% class="text-muted" %)(((Ein Beitrag von **Buchhalter.Team** — Wie sind unsere nächsten Schritte? | ||
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| 74 | **Autor:** Andreas Graz, Bilanzbuchhalter — Buchhalter.Team · [[Über uns>>doc:Public.Buchhaltung-mit-Gesicht.WebHome]]))) |